Das erste Smartphone

7 Regeln

Kinder haben heute immer früher Zugang zu Smartphone, Internet und Online Spielen. Und genau das kann sehr schnell zur Belastung werden, vor allem für unsere Kinder. Wie Du Deine Kinder schützen kannst erfährst Du hier:

 

Die britische Kinderkomissarin Anne Longfield spricht von einer „Lawine des Drucks“. Und die begräbt Kinder unter sich. Hier kommen unsere Sieben Regeln, die das verhindern sollen.

 

Wenn Dein Kind ein erstes, eigenes Handy bekommt brauchst Du dieses Regelwerk.

 

EINS: DEN SCHLAF SCHÜTZEN

Das Smartphone hat nichts im Schlafbereich verloren. Sorge aktiv dafür, dass Dein Kind Abends sein Smartphone ausschält. Wir haben Abends die Handys der Familie im Wohnzimmer zum Laden an einen ganz bestimmten Ort gelegt. Da lagen sie dann in Reih und Glied. Wenn Dein Kind im Bett noch das Smartphone auf den Knien hat, kannst Du ein gesundes Schlafverhalten vergessen.

 

Liegt das Smartphone neben dem Bett, befinden sich nicht nur Kinder in einer mentalen Habachtstellung. Schließlich könnte ja über Facebook oder WhatsApp noch eine wichtige Nachricht eintreffen.

 

Im übrigen arbeiten alle Displays mit blauem Licht. Die Zirbeldrüse in unserem Kopf produziert das Schlafhormon Melatonin. Wenn es dunkel wird, steigt die Produktion dieses Hormons. Es sorgt dafür, dass wir einschlafen können. Blaues Licht verhindert jedoch genau diesen Effekt. Es sorgt dafür, dass die Produktion des Schlafhormons Melatonin um bis zu 55 Prozent gesenkt wird. Erwachsene brauchen dann etwa zehn Minuten länger um einzuschlafen und auch die REM Schlaf Phase ist dann weniger intensiv. Kinder reagieren auf blaues Licht noch sensibler als Erwachsene.

 

ZWEI: IM GESPRÄCH BLEIBEN

Es gibt wirklich sehr viele, sehr unangenehme Dinge für Kinder im Internet. Egal ob Sexting, Gewalt, Pädophilie oder Anleitungen sich selbst zu verletzen. Das Netz ist voll davon.

 

Deine Kinder sind vor diesen Gefahren nicht automatisch geschützt. Sie werden ihre eigenen Erfahrungen mit dem Netz machen, ob Du es willst oder nicht.

 

Daher rate ich Dir, bleib mit Deinen Kindern auch über diese Dinge im Gespräch. Deine Kinder werden natürlich das Gespräch nicht automatisch mit Dir suchen. Zumindest ist das meine Erfahrung. Und Du bist gut beraten, wenn Du aktiv auf Deine Kinder zugehst bevor Deine Kinder ihre eigenen Erfahrungen machen. Denn dann sind sie noch in der Lage unbefangen über das jeweilige Thema zu reden. Wenn jedoch das vermeintliche Nacktfoto schon auf WhatsApp unterwegs ist, bist Du zu spät dran.

 

DREI: ES GIBT NOCH EIN LEBEN OHNE DIGITALE MEDIEN

Dein Job ist es, die analoge Welt interessanter zu gestalten, als die digitale. Das ist wirklich schwierig, ich weiss. Versuch es trotzdem. Mach die echte Welt zu einem wirklich tollen Ort und nicht die digitale. Im übrigen bist Du dabei immer auch das Vorbild. Und umso schöner, einfacher und angenehmer das Offline Leben ist, desto uninteressanter ist die digitale Welt.

 

VIER: VERTRAUE DEINEN KINDERN

Mach Deinen Kindern das Geschenk des Vertrauens. Investiere Deine Zeit nicht damit, Deinen Kinder heimlich nachzuspionieren. Das sorgt nicht dafür, dass sie Dir vertrauen. Mach Deine Kinder stark und schütze sie wo Du kannst.

 

FÜNF: WIEVIEL BILDSCHIRMZEIT IST GENUG

Wissenschaftliche Studien belegen, dass mehr als sechs Stunden Bildschirmzeit am Tag gravierende Folgen haben kann. Hyperaktivität, Schlafstörungen und Neurosen sind nur einige Effekte, die sich Kinder einhandeln können. Eine eigene Medienkompetenz entwickeln Kinder nicht vor dem dreizehnten Lebensjahr.

 

SECHS: SUCHTMECHANISMEN ERKENNEN UND BEKÄMPFEN

Die digitalen Weltmarktführer beschäftigen die besten Psychologen, Ingenieure und Spieleentwickler der Welt. Und deren Ziel ist es, den Benutzer so lange als möglich ans Gerät zu fesseln. Es ist daher mehr als naiv zu glauben, Kinder könnten sich selbst regulieren. Spiele sorgen beispielsweise dafür, dass Dopamin ausgeschüttet wird. Wobei Kinder nicht einmal ansatzweise in der Lage sind im Gehirn diese Reize zu verarbeiten. Die Wissenschaft spricht dann von einer sogeannten „Notreife“.

 

SIEBEN: ES WIRD KEINE WELT MEHR OHNE SMARTPHONE GEBEN

Das Smartphone hat unsere Welt verändert und uns Möglichkeiten an die Hand gegeben, die noch vor 20 Jahren undenkbar waren. Niemand will heute darauf verzichten, auch ich nicht. Wir sind jedoch gut beraten die Spielregeln selbst zu bestimmen. Setz Dich mit Deinem Kind zusammen und find eigene Regeln um das Smartphone positiv nutzen zu können. Kein Smartphone am Esstisch oder Hausaufgaben ohne Smartphone. Wenn ihr gemeinsam den Sinn hinter Euren Regeln findet, werdet ihr selbstbestimmt und positiv die digitale Welt erleben. Gemeinsam.

 

Warum wir unsere Kinder in einer digitalen Welt besser nicht alleine lassen.